Unsere Kuba-Reise: Teil 3, Cienfuegos und Trinidad

Nun ging es also endlich on the road. Im Vorfeld hatte ich soviel gelesen übers Autofahren auf Kuba und so viele „Tipps“ bekommen. Die hilfreichsten Ratschläge kamen aber vor Ort: von unserem Taxifahrer Santana, von dem ich in Teil 2 berichtete und von den Kubanern, die immer vorm Hotel in Havanna standen und mit denen wir immer mal wieder ein Pläuschen hielten. Alle rieten uns beim Rausfahren aus Havanna den Tunnel zu nutzen, das wäre definitv der schnellste Weg. Sie empfahlen uns sogar, den Polizisten, die oft am Tunnel standen, zu sagen, dass wir zur Festung wollten, dann würde das schon klappen mit der Durchfahrt. Wir sollten langsam fahren, niemanden mitnehmen und vor allem nicht im Dunkeln fahren. Ok, soweit so gut.

On the road in Kuba

In Kuba darf man offiziell kein GPS nutzen und Internet gibt es dort nicht einfach mal so – schon gar nicht unterwegs. Die App MapsMe wurde uns vorab empfohlen und sie war wirklich Gold wert. Dumm nur, dass wir uns an sie hielten und plötzlich waren wir am Tunnel vorbei. Der Vorteil: Wir mussten keinen Polizisten anlügen. Der Nachteil: Wir tuckelten einmal durch Havanna. Irgendwann kamen wir an einer kleinen Abfahrt an und schwupps waren wir auf der Autobahn. Auf der rechten Spur wollte ich nicht fahren, da waren einfach zu viele „Kutschen“ unterwegs. Schnell hätte ein Nagel der Pferdehufen im Reifen landen können. Die mittlere Spur war nur teilweise befahrbar, also wurde es die linke Spur. War einer im Weg, wurde halt gehupt oder rechts überholt. Bei letzerem muss man aufpassen, dass keine Polizei in der Nähe ist, aber ansonsten klappt es prima. 100 km/h darf man hier fahren, bei 120 fing das Auto eh an zu warnen, dass man zu schnell ist. Wir hatten übrigens einen chinesischen Leihwagen der Marke Geely –  n bisschen wenig PS, aber ansonsten passte das.

Und plötzlich ist da eine Raststätte

Da wir in Havanna nicht mehr getankt hatten, sind wir einfach irgendwann ab, durch ein Mini-Dorf durch und an eine Tankstelle. Die hatten allerdings kein Especial (94 Oktan) für unser Auto. Also ging es dank App zur zweiten Tankstelle in dem Ort und dank des netten kubanischen Angestellten war der Tank wieder voll und sollte uns bis Trinidad bringen. Uns fiel auf der Weiterfahrt ein, dass die Raststätte, an der wir auf dem Weg nach Vienales Halt machten, kaum zu sehen war. Und so hielten wir Ausschau, denn wir brauchten auf alle Fälle noch etwas zu trinken. Die Jagd nach Flüssigem sollte uns die ganze Reise begleiten, sie fing in Havanna schon an. Und plötzlich war da eine: Dank nicht vorhandenen Verkehrs konnte ich noch schnell rüberziehen und wir machten eine unsere wenigen Pausen auf unserem Roadtrip (meistens fuhr ich die 300 Kilometer in ca. fünf bis sechs Stunden durch).

Die Landstraße ist ja besser als die Autobahn

Die Autobahn A1 (hahaha, als wenn es andere gebe) führte nach Santa Clara. Wir wollten aber nach Trinidad und vorher einen Stop in Cienfuegos machen. Also mussten wir nach ca. 100 oder 150 Kilometern von der Autobahn runter und fuhren weiter auf der Landstraße – Höchstgeschwindigkeit 90 km/h. Auf der Landstraße, die eigentlich eher ne „Bundesstraße“ sein sollte, konnte man allerdings nicht immer 90 fahren – zuviele Schlaglöcher, langsame LKWs oder Kutschen und Menschen, die plötzlich an der Seite standen. Ab und an mussten wir auch durch kleine, sehr lebendige Städte. Autofahren auf Kuba macht Spaß, es ist abenteuerlich, aber es macht definitv Spaß. Und SPOILER: Im Westen und in der Mitte Kubas (touristisches Gebiet) sind die Straßen besser als im Osten.

Cuban Feeling: mit dem Auto am Meer entlang.
Der Vorteil, wenn man mit dem Auto unterwegs ist: Einfach mal anhalten und fotografieren.

Cienfuegos – zum Glück haben wir hier keine Nacht

Versteht mich nicht falsch, Cienfuegos ist eine schöne Stadt. Sie liegt direkt am Meer und da kann man wunderbar sitzen und den Pelikanen beim Tauchen zuschauen, aber das war es für uns auch schon. Wir trafen auf unsere Reise andere, die dort übernachtet haben und die fanden es auch nicht soo toll. Am besten jeder macht sich ein eigenes Bild. An einem der vielen Stände in der „Fußgängerzone“ kaufte ich mir einen Sonnenhut und in einem Cafe gönnten wir uns noch eine Cola. Viel trinken war wichtig, wir hatten nämlich endlich kubanisches Wetter.

Die Fußgängerzone von Cienfuegos.
Energie tanken vor der Weiterfahrt.

Oh, du schönes Trinidad

Von Trinidad sahen wir leider nicht so viel, da a) unsere Casa (dieses Mal schliefen wir nicht in einem Hotel) außerhalb in Casilda lag und b) mein Magen sich abends bemerkbar machte. In Trinidad gibt es eine sehr bekannte Treppe, an der sich die Kubaner abends zum Salsa tanzen treffen. Nun ja mein Magen tanzte allein Salsa, sodass wir nach dem Essen gleich ein Taxi zurück nach Casilda nahmen.

Schach spielen im kühlen Dunkeln.

Das Essen war aber tatsächlich großartig, an dem kann es nicht gelegen haben. Denn wir sind Italienisch essen gegangen. Italienisch auf Kuba? Jawollja! Ich hatte Spaghetti mit Hummer und der Mann Pizza mit Hummer. Hummer wiederrum ist ziemlich typisch für Kuba, auch wenn die Einheimischen nur selten in den Genuss kommen. In dem Restaurant gab es sogar einen extra gekühlten Raum, wir konnten uns also aussuchen, ob wir in diesem oder im normalen Teil des Restaurant sitzen wollten. Dieser war nicht klimatisiert. Untypisch für Kuba, wo sonst alles klimatisiert ist. Ich weiß den Preis leider nicht mehr, aber ich glaube wir haben für zwei Milchshakes, Pizza und Pasta und zwei Softdrinks keine 25 Euro gezahlt.

Milchschakes für unter 2 Euro
Hummer-Pizza
Hummer-Pasta

Cayo Blanco – einsame Insel mit interessanten Bewohnern

Am nächsten Morgen fuhren wir gegen halb neun zur Marina von Casilda. Von dort schipperten wir mit circa zwölf anderen auf einem Katamaran auf eine ansonsten einsame Insel. Die einzigen Bewohner sind die Krebse, für welche die Region bekannt ist und Leguane. Einer von ihnen, Pepe, war so trainiert von dem Besitzer der dortigen Hütte, dass er sogar die Augen schloss, wenn man ihm den Hals kraulte. In besagter Hütte gab es Paella und Getränke für alle. Das war im Ausflugspreis enthalten – genauso wie die Schnorchelausrüstung, um vom Katamaran aus zu schnorcheln und die Zeit, um später am Strand zu entspannen.

Marina in Casilda
Oh wie schon ist … Cayo Blanco

Auf der Rückfahrt nahmen wir bis zur nächsten Kreuzung noch ein Pärchen mit. Ich hätte sie wirklich gern bis zur ihrem Ziel gebracht, aber falls ihr schon mal eine Doku über Kuba gesehen habt, habt ihr sicher das Schauspiel gesehen, wenn Tausende Krebse die Straße überqueren, oder? Genau da hätten wir durch gemusst. Die beiden hatten zum Glück großes Verständnis dafür, dass ich keinen Platten riskieren wollte. Spoiler: Auch darum sollten wir später nicht drumrumkommen.

Pepe 🙂

Was für eine Aussicht zum Entspannen 🙂

Am Abend wollten wir in der Casa essen, da dies überall empfohlen wurde, auch mal bei den Gastgebern zu essen. In dieser sollte es sich auch als durchaus gut herausstellen, denn trotz monsunartigen Regengüssen servierte der Casabesitzer im Innenhof ein leckeres Drei-Gänge-Menü, das uns wieder mal keine 30 Euro kostete.

Mit die besten Cocktails unserer Reise.
Bananenchips – überall Bananenchips – lecker!

Zwei Tage in Trinidad gingen schnell vorüber und wenn ihr mal nach Kuba kommt, darf diese Region wirklich nicht fehlen. Am nächsten Morgen ging es für uns schon weiter nach Camagüey.

Hasta luego!

Eure

Haferhexe

Merken

P.S. Teil 1 gibt es hier. Zu Teil 2 geht es hierlang.

Advertisements

14 Kommentare zu „Unsere Kuba-Reise: Teil 3, Cienfuegos und Trinidad

Gib deinen ab

  1. Wow da sind ja echt tolle Bilder bei entstanden!!! Ich bin total neidisch! Ich wollte auch unbedingt Aich in mal nach Cuba und die ganzen Inseln abfahren! Da ist so viel so anders als hier in Deutschland!
    LG, Eve

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Cynthia,
    du hast deine Eindrücke so perfekt zusammengefasst … dass ich mir überlege nochmals eine Kuba Reise zu machen. Meine ist einfach schon zu lange her und ich kann mich nicht mehr an alles erinnern. Deine Fotos machen Lust, wieder hinzufliegen.
    Danke dir dafür <3!
    Liebste Grüße
    Verena

    Gefällt 1 Person

  3. Eure Reise war ja wirklich abenteuerlich! Toll, da hätte ich auch echt mal Lust zu 🙂 Habt ihr den Bootsausflug auf die Insel schon vorher aus Deutschland gebucht oder vor Ort?

    Liebe Grüße
    Sarah

    Gefällt mir

  4. Sehr schöner Bericht mit tollen Eindrücken. Ich finde die Bilder richtig toll. Ich war leider noch nie in Kuba. Das Essen sieht auch mega lecker aus.

    LG Jasmin

    Gefällt mir

  5. Liebe Cynthia,

    der Reisebericht ist echt der Hammer – ein richtig spannender Roadtrip. Dann dann diese tollen Bilder dazu…. da kommt richtig Urlaubstimmung auf ❤ Herzlichen Dank, freue mich auf viele weitere Berichte! 😀

    Ganz liebe Grüße
    Mona

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: