Rezension: Oma & Bella – und ein Rezept für Kartoffelpiroggen

Im Moment will das mit dem Backen bei mir nicht so klappen – ich kann euch gar nicht genau erklären warum. Die Pechsträhne ging eigentlich mit dem Zitronen-Kuchen los und hörte dann nicht mehr auf – ein Bienenstich, der total daneben ging und nun ein Cheesecake, der nicht ganz so wollte, wie er sollte. Vielleicht werde ich ihn aber trotzdem mal bloggen, denn lecker ist er wirklich geworden. Mal sehen. Nun erstmal erzähle ich euch eine andere Geschichte, die von meinem Geburtstag und ganz wunderbaren Geschenken. Neben ganz tollen Geldgeschenken von der Familie (Ich weiß, ist langweilig, aber sie dienen der Erfüllung eines großen Traumes), gab es schöne Sachen, die irgendwann hier auf dem Blog erscheinen werden – u. a. Limonadengläser 🙂

Ein Geschenk war jedenfalls ein Kochbuch, das Kochbuch zu dem Film „Oma und Bella“ Kennt ihr? Toller Film, oder? Kennt ihr nicht? Aaalso, in dem Film geht es um zwei ältere jüdische Damen, die in Berlin wohnen. Die beiden schauen auf ein ereignisreiches, streckenweise gemeinsames Leben zurück. Nun begleitet die Enkelin von „Oma“ die beiden eine Weile, wie sie zusammen den Alltag teilen, lachen und eben auch gemeinsam kochen. Sie leben ihre jüdische Kultur in Deutschland, das Land, welches sie sich trotz schlimmer Erfahrungen zur Heimat gemacht haben. Auf der Homepage heißt es:

Essen, so wird deutlich, bedeutet Erinnern, Lieben und Gegenwart.

Ist das nicht schön? Genau, und weil das Essen und die Zubereitung leckerer, traditioneller Gerichte so bedeutend ist, wurde passend zu Film das Kochbuch veröffentlicht. Ich danke dir, liebe Elisabeth, für dieses wunderbare Geschenk. Denn das Kochbuch lohnt sich trotz, oder gerade wegen der vielen traditionellen, doch eher einfachen, Gerichte sehr.

Tolle Illustrationen und erst einmal eine Geschichte

Das Buch stellt erst einmal Oma und Bella vor. Dabei wird eine so bildhafte Sprache verwendet, dass man sich alles auch ohne den Film vorstellen kann. Die Erzählerin ist die Enkelin. Ihre Liebe zu ihrer Oma, aber auch zu Bella, springt einen beim Lesen quasi an. Das macht Spaß. Und es bereitet auf all die tollen Gerichte vor. Kennt ihr das? Wenn ihr bei Oma reinkommt und das ganze Haus riecht nach Mittag? So ungefähr ist das Lesen dieses Buches – nach Hause zu Oma kommen. Dann geht die Autorin noch einmal genauer auf Omas Weisheiten und Erfahrungen ein: Vom Alltag über Gesundheit bis hin zu Parties. Zu allem weiß die Oma einen Ratschlag. Natürlich. Im Kapitel Vorbereitungen kann sich jeder auf den anstehenden Kochprozess vorbereiten – vom richtigen Säubern des Gemüses bis zum perfekten Outfit. Auf alles ist der angehende „Nachkocherer“ danach vorbereitet.

Besondere Erwähnung verdienen die Illustrationen. Entgegen gängiger Kochbücher verzichtet das Kochbuch auf Bilder der Speisen und setzt ganz allein auf die tollen Illustrationen. Ihr wollt einen Eindruck bekommen, dann schaut mal hier. Am Ende gibt es dann doch noch ein paar Fotos von den beiden älteren Damen.

Lasst mich noch erzählen: Alle Rezepte und Texte sind auf Deutsch und auf Englisch. Das find ich super praktisch – aus verschiedenen Gründen. Übrigens: Die beiden Damen verständingen sich mit einem Misch-Masch aus Deutsch, Jiddisch und Polnisch und genau dadurch sind auch ihre Rezepte beeinflusst.

Yiddisch-osteuropäische Kochkunst

Die Rezepte sind in folgende Kategorien unterteilt:

  • Vorspeisen
  • Suppen
  • Hauptspeisen
  • Beilage
  • Nachspeisen

Insgesamt sind es 36 Rezepte. Einige finde ich sehr verlockend, andere wie „Gehackte Leber“ oder „Kalbsfuß in Sülze“ weniger. Es sind aber eben traditionelle Rezepte der yiddisch-osteuropäischen Küche, aber leider nicht alle mein Geschmack.

Alle Rezepte haben eine übersichtliche Zutatenliste und eine einfache Beschreibung der Zubereitung. Es ist einfach, ihr zu folgen und die Rezepte Schritt für Schritt nachzukochen. Die Mengenangaben sind manchmal etwas groß und ich musste die Menge des ein oder anderen Rezepts halbieren. Wer natürlich jetzt super exotische Zutaten sucht, sucht vergebens. Es handelt sich wirklich um handfeste herzhafte Rezepte, wie Oma sie kochen würde.

Kochbuch_Oma_und_Bella_Kneidelach

Bei uns gab es dieses Wochende Kartoffelpiroggen mit Kneidelach. Zweiteres sind nichts anderes als Fleischbällchen, für ersteres teile ich das Rezept mit euch. Das habe ich auch nur leicht angepasst. Ich poste euch meine Variante. Wer das Original möchte, muss sich das Buch kaufen.

Kartoffelpiroggen (nach einem Rezept aus dem Kochbuch „Oma & Bella“)

Kochbuch_Oma_und_Bella_1

Ihr benötigt

  • ca. 300 g geschälte Kartoffeln, vorzugsweise mehligkochend
  • 1 Gemüsezwiebel
  • 250 g Mehl und etwas für die Arbeitsfläche
  • 1 Ei
  • 60 ml Wasser
  • 1/2 TL Salz und Pfeffer
  • etwas Öl zum Anbraten

Los geht’s

Schält als erstes die Kartoffeln, sodass ihr ungefähr 300 Gramm habt. Kocht sie in Salzwasser bis sie weich sind, sodass ihr sie stampfen könnt. Schält die Zwiebel, schneidet sie in kleine Stücke und bratet sie in dem Olivenöl goldbraun. Vermischt die Zwiebeln und den Kartoffelbrei und schmeckt alles mit Salz und Pfeffer ab. Lasst die Füllung abkühlen.

Für den Teig gebt das Mehl in eine Schüssel und vermengt es mit dem Ei, dem Wasser und etwas Salz. Ihr müsst den Teig für gute fünf Minuten kneten bis er eine angenehme Konsistenz hat. Bestäubt eure Arbeitsfläche mit dem Mehl und rollt den Teig sehr dünn aus. Laut Rezept sollten es bis zu zwölf Piroggen werden, bei mir waren es am Ende dreizig. Dabei hatte ich nicht den Eindruck, dass der Teig zu dünn war. Mit einem großen Glas oder einem Ausstecher steht ihr nun Kreise aus. In die Mitte gebt ihr ungefähr einen halben Esslöffel der Füllung. Achtung: Ist euer Glas ein großes, ist es natürlich mehr. Meines hatte einen Durchmesser von circa acht Zentimetern. Klappt den Kreis zusammen, sodass ein Halbkreis entsteht und drückt die Ränder mit feuchten Fingern zusammen. Ich habe dann noch einmal mit einer Gabel nachgeholfen. So sieht es auch schöner aus. Drückt die Piroggen zusammen, dann habt ihr kleine Sicheln. Diese gebt ihr in kochendes Wasser und nehmt sie erst wieder raus, wenn sie oben schwimmen. Kurz vor dem Servieren bratet ihr sie am besten noch einmal in Olivenöl an. Sie schmecken am besten heiß.

Kochbuch_Oma_und_Bella_Piroggen

Zum Schluss noch ein Tipp: Die Piroggen könnt ihr sowohl roh als auch gekocht einfrieren. Also macht am besten gleich eine große Menge.

Kochbuch_Oma_und_Bella_Piroggen_Kartoffelfuellung

Dies ist eines meiner Lieblingsrezepte aus dem Buch, es ist einfach super lecker und es lässt sich abwandeln. Also zudem noch ein super Grundrezept. Noch einmal: Ich danke meiner Freundin Elisabeth für das tolle Geschenk und kann euch das Buch nur wärmstens empfehlen.

Viel Spaß beim Ausprobieren und guten Appetit!

Eure

Haferhexe

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