Rezension: „Fadi kocht syrisch“

Vor einigen Wochen las ich in einer deutschen Foodblogger-Gruppe auf Facebook den Post, in dem nach Foodbloggern gesucht wurde, die ein Kochbuch des syrischen Kochs Fadi Alauwad renzensieren wollen. Das fand ich spannend. Schnell erfuhr ich, dass alle Verkaufserlöse an Kinderhilfsprojekte des Vereins SyrienHilfe e.V. gehen. Ein Kochbuch für die gute Sache quasi – und gleichzeitig zu einer „Angelegenheit“, die gerade allgegenwärtig ist .

Im Oktober habe ich selbst in einer Unterkunft von Geflohenen geholfen. Den Menschen, die hier Schutz suchen, die ersten Sätze und Wörter auf Deutsch zu vermitteln, war meine Aufgabe. Die Frauen, Männer und auch Kinder, die ich während dieser fünf Wochen kennenlernen durfte, waren stets freundlich und sehr aufgeschlossen.

Die Bilder strahlen Wärme aus

Diese Freundlichkeit, die ich dort in meinem Unterricht erfahren habe, strahlt auch das Buch „Fadi kocht syrisch“ aus. Alle Bilder sind sehr warm. Natürlich sind es Kochbuch-Bilder, aber sie wirken weder kühl noch clean. Sie machen Appetit und Lust auf die syrische Küche!

Fadi koch syrisch Buch

Geschichten aus Syrien

Fadi Alauwad kam 2014 mit seiner Familie nach Deutschland. Zusätzlich zu den Rezepten gibt es Reiseberichte aus seinem Land. Ich vermute sehr stark, dass diese aus der Zeit vor dem Krieg dort stammen – aus der Zeit als auch Fadi Alauwad seiner Profession dort noch sehr erfolgreich nachgehen konnte. Sie zeugen von der syrischen Gastfreundlichkeit und den Besonderheiten vor Ort – vom Tee für die Gäste bis zur berühmtesten Eisdiele des Orients. Und immer wieder wird eins deutlich: Die Syrer scheinen ein Volk zu sein, bei denen die Gastfreundlichkeit ganz groß geschrieben wird.

Kulinarische Besonderheiten

Bevor der eigentliche „Kochbuch-Teil“ beginnt, gibt es eine Auflistung mit Spezialitäten und Besonderheiten. Die Rezepte sind in vier Kategorien geteilt

  • kalte Vorspeisen
  • warme Vorspeisen
  • Hauptspeisen
  • Desserts

Alle Rezepte sind einfach erklärt und die Auflistung der Zutaten ist übersichtlich. Besonders gut finde ich manche ungenaue Angaben wie „ein Bund Petersilie“ oder „Frühlingszwiebeln“, so bleibt dem Hobby-Koch Spielraum. Es besteht jedoch nicht die Gefahr, dass das Gericht „versaut“ wird, nur die geschmacklichen Nuancen können variieren.

Fattousch

Ich habe fürs erste das Gericht „Fattousch“ gemacht: ein Salat aus Petersilie, Minze, Paprika, Tomaten und Gurken. Abgerundet wird das Ganze mit frischem arabischen Fladenbrot und einem Dressing aus Öl, Zitronensaft und Granatapfelsirup.

Fattousch

Dafür braucht ihr:

ein arabisches Fladenbrot

200 g Tomaten

150 g Gurke

1 rote Zwiebel oder Frühlingszwiebeln

1 grüne Paprika

1/2 Bund Koriandergrün

1 Bund Petersilie

1/2 Bund Minze

einige Blätter grüner Salat

etwas Estragon und Thymian

1 Knoblauchzehe

Zitronensaft

3 EL Olivenöl

1 EL Granatapfelsirup

Salz und schwarzer Pfeffer

Los gehts:

Als erstes zupft ihr die Blätter von der Minze und der Petersilie und wascht sie zusammen mit dem Feldsalat und dem Koriander. Dann schneidet ihr die Tomaten klein und fangt den Saft für das Dressing auf. Mischt sie mit den eben gewaschenen Blättern und dem Salat. Nun schneidet ihr auch noch die Paprika und die Gurke klein und gebt sie dazu.  Schneidet die Hälfte eures Fladenbrots in Streifen und bratet es knusprig. Das mischt ihr mit der in Ringen geschnittenen Zwiebel und der Salat. Aus dem Tomatensaft, dem Öl, Knoblauch sowie dem Zitronensaft und dem Granatapfelsirup mixt ihr ein Dressung und gebt es über den Salat. Serviert die andere Hälfte des Brotes dazu.

Der Salat hat selbst meinen skeptischen Mann überzeugt. War er doch von der Mischung aus Petersilie und Minze gar nicht begeistert – zusätzlich noch eine süße Note. Oh oh! Aber es war einfach fantastisch, ein Salat, der defintiv Einzug in unseren kulinarischen Alltag halten wird.

Fattoush

Wichtige Infos auf einen Blick

Das Kochbuch „Fadi kocht syrisch“ ist bei Dialego Foundation for Children, Hamburg erschienen. Mir wurde ein Blogger-Sampler mit drei Rezepten, dem Inhaltsverzeichnis und ein paar weiteren Seiten für den (nicht nur) ersten Eindruck zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür und auch für die Erlaubnis, über ein Gericht inkl. Rezept berichten zu dürfen.

Wer also Lust auf neue Geschmackswelten hat und gleichzeitig auch noch etwas gutes tun will, der kaufe sich dieses Kochbuch. Ich werde es tun und freue mich schon auf Rezepte wie den arabischen Kartoffelsalat oder das syrische Hackfleischbrot.

Einen guten Appetit beim Ausprobieren des Salats und hoffentlich bei den anderen Rezepten!

Eure

Haferhexe

*Die Rechte für die Bilder ohne Hexe 😉 : © Fotodesign Peter Oppenländer www.peter-oppenlaender.de und Dialego Foundation for Children, Hamburg

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